Stellenanzeige schreiben

# HR-Toolkit: Glossar

Anspruch einer Stellenanzeige

In einer Welt, in der die Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitern aufgrund des Fachkräftemangels immer schwieriger wird und Recruiting unter dem Motto „War for Talent“ stattfindet, muss um qualifizierte Bewerber, genau wie um Kunden, geworben werden. Denken Sie daran: Auf Stellenbörsen ist Ihr Inserat eines von vielen! „Warum sollte er sich Ihres genauer anschauen?“

Die klassische AIDA-Checkliste aus dem Marketing ist ein nützliches Hilfsmittel, um Ihr Stelleninserat auf Inhalt und Qualität zu überprüfen.

  • A: Die Aufmerksamkeit (Attention) des Kandidaten auf sich ziehen: Dies funktioniert am besten durch die Verwendung von ansprechenden, besonders schönen oder witzigen Grafiken.
  • I: Das Interesse (Interest) des Lesers wecken: Kurze und prägnante Sätze vermitteln die nötigen Informationen ohne den Bewerber zu überfordern.
  • D: Im Leser das Verlangen (Desire) erzeugen, sich auf die betreffende Stelle bewerben zu wollen: Viel Information ist nicht alles! Viel mehr soll die Stellenausschreibung dem Bewerber
    „Lust“ auf mehr machen.
  • A: Aktivität (Activity) hervorrufen: Den Leser zu einer Bewerbung bewegen.

5 Tipps für eine gute Stellenanzeige

Wenn Sie eine Stellenanzeige schreiben, sollten Sie darauf achten, diese nicht zu überladen und trotzdem alle relevanten Informationen zur Verfügung zu stellen. Doch das ist leichter gesagt als getan! Als Hilfestellung lässt sich der Inhalt Ihrer Stellenanzeige mit den folgenden 5 W-Fragen kontrollieren:

1. Wer steht hinter der Stellenanzeige? – Präsentation des Unternehmens

Limitieren Sie Ihre Unternehmensbeschreibung auf drei bis vier Sätze und achten Sie auf eine ansprechende Formulierung des Inhalts. Dieser muss nicht unbedingt sachlich sein. Verweisen Sie auf Unternehmenserfolge und betonen Sie, warum Sie besser als die Konkurrenz sind.

2 .Welche Position ist frei?

Nach einer kurzen und prägnanten Unternehmensvorstellung folgt der ausschreibungsspezifische Teil. Beschreiben Sie den zukünftigen Aufgabenbereich möglichst präzise – so verhindern Sie Missverständnisse von Anfang an und sparen sich und dem Bewerber Zeit. Außerdem sollte auf die folgenden Punkte eingegangen werden:

  • Umfang der Stelle: Vollzeit, Teilzeit, geringfügig, etc.
  • Befristung des Arbeitsverhältnisses
  • Arbeitsumfeld: Stellung im Unternehmen, Angaben zu direkten Kollegen, etc.
  • Besonderheiten, wie z.B. häufige Geschäftsreisen, Nachtschichten, Wochenenddienste, etc.

3. Wen suchen Sie? Was erwarten Sie von Ihren Bewerbern?

Um die in der Jobbeschreibung genannten Aufgaben erfüllen zu können, benötigt der Bewerber selbstverständlich ein entsprechendes Qualifikationsprofil. Deshalb sollten Sie sich, bevor Sie eine Stellenanzeige schreiben, zunächst über die folgenden Aspekte Gedanken machen:

  • erforderlicher Abschluss: Ausbildung, Studium, etc.
  • geforderte Berufserfahrung
  • gewünschte Auslanderfahrung
  • notwendige Sprachkenntnisse
  • soziale Kompetenzen
  • weitere erforderliche Kenntnisse in Bezug auf Software, Maschinen, etc.

Ein detailliertes Anforderungsprofil ist essenziell, um eine Stelle adäquat und langfristig besetzen zu können. Mit einem eng gefassten Anforderungsprofil verkleinern Sie Ihre potentielle Bewerberzielgruppe und führen eine erste automatische Vorauswahl durch. Bewerber, die Ihre Anforderungen nicht erfüllen, werden in vielen Fällen auf eine Bewerbung verzichten. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, mit einem zu eng gefassten Anforderungsprofil auch die Bewerber abzuschrecken, deren Qualifikationsprofil nicht zu 100% Ihren Anforderungen entspricht, aber dennoch für die Stelle geeignet wären.

Die Wichtigkeit der Ausbildung hat sich in den letzten Jahren enorm verändert. Da Mitarbeiter heutzutage im Laufe Ihrer Karriere mehrfach Ihren Tätigkeitsbereich wechseln und „Zick-Zack Lebensläufe“ keine Seltenheit mehr sind, wird die erforderliche Ausbildung oft etwas weiter gefasst. Deutlich mehr Beachtung verdient die Berufserfahrung.

4. Was bieten Sie Ihren zukünftigen Mitarbeitern?

Lassen Sie Ihre Bewerber gemäß dem Motto „ein regelmäßiges Gehalt zahlt jedes Unternehmen“ wissen, was Sie Ihnen außer einer monatlichen Entlohnung zusätzlich zu bieten haben und nutzen Sie diesen Abschnitt zur Eigenwerbung:

Was macht Sie zu einem attraktiven Arbeitgeber? Organisieren Sie regelmäßige Team-Events? Kann sich der neue Mitarbeiter seine Hardware (Handy, Laptop, etc.) selber aussuchen? In Zeiten von gelebter „Work-life Balance“ macht dies für Kandidaten einen bedeuteten Unterschied, bei der Wahl Ihrer zukünftigen Arbeitgeber.

Neben den oben genannten „Fringe-Benefits“, können Sie Ihre Bewerber mit den folgenden Argumenten überzeugen:

  • flexible Arbeitszeiten
  • Möglichkeit zum Home-Office
  • attraktive Weiterbildungsprogramme
  • Aufstiegschancen / Karrieremöglichkeiten
  • überdurchschnittliches Gehalt
  • besondere Leistungen wie Firmenwagen, Kantine, etc.

5. Wie soll die Bewerbung erfolgen? Schlusswort

Da es sich bei der Schaltung von Stellenausschreibungen um einen Teilbereich des Personalmarketings handelt, sollte der Begriff „Call-to-action“ kein Fremdwort sein. Ein prominenter „Jetzt bewerben“-Button führt nachweislich zu höheren Bewerberzahlen, als die Aufforderung zur Bewerbung in Textform.

Gestalten Sie Ihre Anzeige ansprechend!

Neben dem Inhalt und der Formulierung Ihrer Stellenanzeige ist die optische Gestaltung besonders wichtig. Heben Sie sich durch ein kreatives Design von der einheitlichen Masse langweiliger schwarz-weiß Anzeigen ab und punkten Sie durch eine übersichtliche und kreative Darstellung. Dies erreichen Sie zum Beispiel durch:

  • zentrale Platzierung des Ausschreibungstitels
  • Hervorhebung von wichtigen Informationen z.B. durch Fett- oder Kursivdruck
  • Absätze und Abschnittüberschriften
  • Aufzählungslisten mit Schlagwörtern oder kurzen Sätzen
  • Bilder, die einen Bezug zu Ihrem Unternehmen haben (z.B. Foto der Belegschaft, Firmenlogo, etc.)
  • Verfügbarkeit über mobile Endgeräte