Die Jobbörsen-Problematik

# HR-Insights

Man könnte beinahe sagen: „Es gibt sie wie Sand am Meer“, aber ganz so unübersichtlich ist der Jobbörsen Dschungel im deutschsprachigen Raum noch nicht. Dennoch haben Recruiter oft die Qual der Wahl. Zwischen großen Stellenplattformen wie monster.com, karriere.at oder jobs.ch findet man Unmengen an kleinen Nischenplattformen, die auf eine Branche oder Fachrichtung spezialisiert sind. Welche dieser Seiten für Ihr Recruiting am effektivsten ist, hängt von vielen Faktoren ab. Wenn Sie seit langer Zeit immer die gleichen Jobausschreibungen auf den immer gleichen Jobplattformen publizieren und das Gefühl haben, dass Qualität und/oder Anzahl der Bewerber nachlässt, wird es Zeit diesem Gefühl auf den Grund zu gehen. Es kommt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht von ungefähr.

Die Gründe für eine nachlassende Performance Ihrer meist genutzten Jobportale können vielfältig sein. Nicht immer liegt die Schuld bei Ihnen oder Ihren Stelleninseraten.

Vielleicht hadern Sie, oder die betroffene Plattform ja mit einem (oder mehreren) der folgenden Probleme, ohne dass es Ihnen bewusst ist:

1. Unansprechende Stellenausschreibungen

Es ist naheliegend den Schwachpunkt gleich mal bei jemand anderen zu vermuten. Beginnen sollte die Fehlersuche trotzdem immer bei einem selbst. Das kann peinlichen Situationen vorbeugen und das Problem vielleicht schneller und effizienter lösen als befürchtet. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Stellenausschreibung für Ihre Bewerberzielgruppe interessant ist oder nicht, empfiehlt es sich einfach mal Feedback der Kollegen einzuholen. Würden sich diese für einen Job, der so verkauft wird bewerben? Was sagen Bekannte, die vielleicht eine ähnliche Position innehaben? Beachten Sie bei der Erstellung eines Jobinserates, das es sowohl Aufmerksamkeit erregen, als auch die notwendigen Informationen bereitstellen muss. Nehmen Sie Ihren Bewerbern bestenfalls gleich beim ersten Blick auf das Stelleninserat die Hemmschwelle sich zu bewerben. Inspiration finden Sie zum Beispiel unter unseren Top 10 Jobinseraten!

2. Falsche Jobbörsen bzw. Zielgruppe

Bei Nischenplattformen gibt es meist keinen Zweifel, welche Bewerberzielgruppe darauf zu finden ist. Bei großen Jobbörsen hingegen zahlt es sich oft aus zweimal zu überprüfen, wer diese zur Jobsuche verwendet. Regionale und sprachliche Barrieren können genauso ausschlaggebend sein wie eine falsche Marketingstrategie seitens der Stellenplattform. Auch wenn Ihr Recruiting in der Vergangenheit immer eine bestimmte Plattform einschloss, kann es sein, dass Ihre Zielgruppe sich weiterentwickelt hat und jetzt woanders nach passenden Jobs sucht. Noch grundlegender ist es, wenn Sie im Laufe der Zeit einfach eine völlig andere Zielgruppe erreichen wollen, jedoch immer noch die gleichen Stellenbörsen verwenden. Eine studentische Aushilfskraft, die Sie für eine Assistenten-Stelle suchen, wird wahrscheinlich nicht auf einer Nischenplattform für das Baugewerbe nach einer freien Stelle suchen.

3. Ihre Zielgruppe ist überall, nur nicht online

Es gibt Sie auch noch im Jahr 2016. Jene Menschen die nicht im Internet nach neuen Jobs suchen. Das kann wiederum mehrere Gründe haben: A) Es handelt sich um Fachkräfte, die in einer Branche tätig sind, in der es üblich ist auf anderem Weg (z.B. durch Weiterempfehlungen, Mundpropaganda, etc.) von neuen Stellenangeboten zu erfahren. B) Sie suchen nach C-Level Führungskräften, die meist direkt (z.B. mittels Headhunting) an- bzw. abgeworben werden. C) Das Alter, die Sprache oder technische Gegebenheiten hindern Ihre Zielgruppe an der online Jobsuche. Wenn Sie erkennen, dass Ihre Zielgruppe nicht online vorzufinden ist, müssen Sie dennoch nicht verzagen. Natürlich ist es umständlicher auf Karrieremessen vor Ort zu sein, direkt in Hochschulen für Ihr Unternehmen zu werben, oder Headhunter zu finanzieren. Sie werden trotzdem nicht daran herumkommen, dort präsent zu sein, wo es auch Ihre potentiellen neuen Mitarbeiter sind.

4. Die Plattform ist tot…

Eingefleischte Recruiter haben es möglicherweise schon ein, zwei oder vielleicht auch dreimal erlebt. Eine online Jobbörse boomt über Jahre hinweg und plötzlich findet man dort nichts mehr vor außer Stille. Der Wettbewerb ist auch unter Karriereportalen groß und es kommt nicht selten vor, dass ein einstiger Marktführer vollkommen vom Markt verdrängt wird. Oft verschlafen vermeintlich erfolgreiche Onlineportale den nächsten Innovationsschritt und bleiben in alten Gewohnheiten stecken. Wie auch für andere Unternehmen endet dies oft tödlich. Klare Indizien dafür, dass Ihre liebste Plattform nicht mehr Zeitgemäß ist, sind: Keine neuen Stellenausschreibungen von anderen Unternehmen, kaum Klicks auf Ihre Inserate, lange Seitenladezeiten, schlechter Service.

Fazit

Sind Sie beim Lesen kurz ins Stocken geraten? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihnen Ihr Unterbewusstsein bereits verraten hat, wo das Problem liegt.

Personaler gaben bei einer Umfrage von Statista.de an, dass die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von Stellenbörsen vor allem große Bekanntheit der Plattform und eine hohe Zielgruppenaffinität sind. Paketangebote und ein guter Preis sind, gefolgt von Support- und Serviceleistungen, laut dieser Statistik aus dem Jahr 2015 ebenfalls wichtige Aspekte für die Recruiter.

Erschreckend ist, dass die Möglichkeiten zur Auswertung nur einen geringen Einfluss auf die Wahl der Jobbörsen haben. Genau hier sollte aber ein Schwerpunkt bei der Auswahl liegen, um später überprüfen zu können, inwiefern Ihnen eine online Jobbörse im Recruiting nutzt. Ausschlaggebende Kennzahlen sind zum Beispiel die Anzahl der Klicks auf Ihr Inserat, die Verweildauer der Bewerber und natürlich wie viele Bewerber sich tatsächlich auf Ihre Online Stellenausschreibung beworben haben und den Bewerbungsprozess erfolgreich abgewickelt haben.

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