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Recruiter

Recruiter sind für den Unternehmenserfolg entscheidend. Zur Jobsuche gehören schließlich immer zwei. Nicht nur Bewerber_innen, auch Recruiter stehen vor neuen Herausforderungen und müssen neue Aufgaben meistern.

Stellenausschreibungen und Jobinterviews sind weiterhin Grundpfeiler im Recruiting, doch Personalbeschaffung ist heute weit facettenreicher. Digitalisierung, Fachkräftemangel und der „War for Talents“ erfordern langfristige Strategien.

Hierfür gilt es zu verstehen, worauf es im Recruiting ankommt und welche neuen Fähigkeiten Recruiter mitbringen müssen.

Was ist ein Recruiter?

Recruiter übernehmen im Personalmanagement Suche, Anwerbung und Auswahl geeigneter Kandidat_innen. Sie sind die ersten Ansprechpartner, mit denen Bewerber_innen in Kontakt kommen.

Welche Aufgaben hat ein Recruiter?

Obwohl Recruiter zunehmend proaktiv und kreativ agieren, stehen im Bewerbungsprozess weiterhin klassisch administrative Aufgaben im Mittelpunkt. Dazu zählen:

Anforderungsprofile erstellen: Als Kernaufgabe im Recruiting definieren Anforderungsprofile die erforderlichen persönlichen und fachlichen Kompetenzen idealer Kandidat_innen.

Stellenanzeigen formulieren: Neben Anforderungsprofilen eine der wichtigsten Recruiting-Aufgaben. Stellenanzeigen sollen die gewünschte Zielgruppe direkt und aussagekräftig ansprechen.

Stellenanzeigen veröffentlichen: Recruiter müssen die idealen Kanäle finden, um geeignete Zielgruppen zu erreichen.

Bewerbungseingänge sichten / Vorauswahl: Die Sichtung und Bewertung von Bewerbungen müssen gründlich und effizient erfolgen.

Bewerberfragen beantworten: Rückfragen von Bewerber_innen sind zeitnah und vertrauenserweckend zu klären.

Telefoninterviews durchführen: Ein wesentlicher Bestandteil im Recruiting. Sie schaffen einen ersten Eindruck, klären in der Vorauswahl zentrale Fragen und ersetzen im Idealfall das Vorstellungsgespräch.

Kandidat_innen zu Interviews einladen: Nach der Vorauswahl passender Kandidat_innen sind Vorstellungsgespräche zeitlich und räumlich zu organisieren.

Vorstellungsgespräche führen: Dauer und Inhalt der Vorgestellungsgespräche sind gründlich zu definieren. Es gilt, den Cultural Fit und die Soft Skills von Bewerber_innen zu klären und auch bei Nicht-Einstellung einen positiven Eindruck zu hinterlassen.

Auswahlentscheidungen vorbereiten: Welche Kriterien bestimmen Zu- bzw. Absagen? Wie lassen sich Auswahlprozesse optimieren?

Auswahlentscheidungen treffen: Auswahlentscheidungen sind möglichst fundiert, objektiv und fair zu treffen.

Absagen durchführen: Auch bei Nicht-Einstellung sollten Unternehmen positiv in Erinnerung bleiben und Beziehungen zu vielversprechenden Talenten pflegen.

Recruiter Wahrnehmung klassischer Aufgaben

Neue Aufgaben und Herausforderungen für Recruiter

Neue gesellschaftliche und technologische Herausforderungen bedeuten für Recruiter neue, anspruchsvolle Aufgaben.

Neue Herausforderungen

Fachkräftemangel: Durch einen Mangel an qualifizierten Kandidat_innen und stärkere Konkurrenz, fällt es Recruitern schwerer, vakante Stellen zu besetzen.

Demographischer Wandel: Strukturveränderungen wie Überalterung, Abwanderung, veränderte Geburten- und Sterberaten, soziale Mobilität sowie Migration führen zu höheren Personalkosten, längeren Rekrutierungszeiten und einem verschärften „War for Talents“.

Schwer zu besetzende Stellen: Branchen, die spezifische Qualifikationen erfordern, leiden unter längeren Vakanzen. Hiervon sind unter anderem Stellen für IT-Experten stark betroffen.

Digitalisierung: Neben klassischen administrativen Aufgaben im Bewerbungsprozess müssen Recruiter neue IT-Kompetenzen mitbringen.

Neue Recruiting-Kanäle: Recruiter müssen wissen, über welche neuen Kanäle sie Talente und Zielgruppen erreichen.

Covid19: Corona-bedingte Einschränkungen führen zu neuen Trends und Anpassungen im Recruiting. Virtuelle Jobinterviews, ein gestiegener Bedarf an aktiver Kandidat_innensuche oder aber auch ein stärkerer Fokus auf Employer Branding sind nur einige von vielen neuen Entwicklungen, die Covid19 mit sich bringt.

Neue Aufgaben

Durch neue Herausforderungen wandelt sich der Aufgabenbereich von Recruitern vom administrativen „Verwalten“ von Bewerbungsabläufen zu proaktiver, kreativer und nachhaltiger Personalgewinnung. Die Übergänge zum Personalmarketing werden zum Teil fließend. Neue Aufgaben von Recruitern umfassen:

E-Recruiting: Recruiting-Abläufe stützen sich verstärkt auf automatisierte, digitale Prozesse. Ohne E-Recruiting ist erfolgreiches Recruiting für heutige Unternehmen kaum denkbar.

Active Sourcing: Recruiter agieren proaktiv und suchen auf verschiedenen Kanälen und Plattformen nach Kandidat_innen. So verlassen sich bereits mehr als 60 Prozent aller IT-Recruiter auf Active Sourcing.1

Candidate Relationship Management: So wichtig wie die Suche nach Talenten ist die Pflege von Talentnetzwerken und eine optimierte Candidate Journey. Recruiter kreieren durch CRM einen Talent-Pool und Kandidat_innen Pipelines, um Stellenbesetzungen zu erleichtern.

Remote Recruiting: Professionelles, virtuelles Recruiting erfordert eine technologische Ausstattung, die über Videokonferenztools hinausgeht und durch moderne Recruiting-Prozesse, einen positiven Eindruck bei Kandidat_innen hinterlässt.

Erstellung und Aufbau von Talent-Pools: So wichtig wie die Suche nach Talenten ist die Pflege von Talent-Pools. Recruiter können durch Talent Pools auf Bewerber_innen aus vorherigen Stellenbesetzungen zugreifen. Falls diese verfügbar und an der offenen Position interessiert sind, sind diese unmittelbar zu gewinnen.

Employer Branding: Wie attraktiv ein Unternehmen als Arbeitgebermarke wirkt, hängt unter anderem auch von angenehmen Bewerbungs-/Recruitingprozessen und der Candidate Experience ab.

Aufbau und Weiterentwicklung von Karriereseiten: Eine Karriereseite hilft, die gesuchten Qualifikationen, Aufgaben und Anforderungen an Bewerber_innen, die Werte und Kultur des Arbeitgebers auf einem eigenen Portal klar zu kommunizieren. Karriereseiten zählen mit 70 Prozent Erfolgsquote zu den besten klassischen Rekrutierungskanälen 2.

Welche Eigenschaften muss ein Recruiter mitbringen?

Erfolg im Recruiting hängt nicht nur von geeigneten Talenten ab. Für ein erfolgreiches Recruiting müssen auch Recruiter wichtige Eigenschaften mitbringen. Folgende drei Eigenschaften schätzen Recruiter als besonders wichtig ein3:

  • Empathie/Einfühlungsvermögen (69 %)
  • Aufgeschlossenheit (47 %)
  • Verlässlichkeit (47 %)

Recruiter Fähigkeiten der Zukunft

Über welche Fähigkeiten muss ein Recruiter verfügen?

Befragt nach wichtigen Kompetenzen, sehen Recruiter folgende Fähigkeiten4 als besonders wichtig und zukunftsweisend an:

  • Nachhaltiges Talent-Networking (88 %)
  • Aufbau und Pflege einer eigenen Recruiter-Marke (69 %)
  • Networking mit HR-Kollegen und Branchen-Experten (60 %)
  • Umgang mit Analytic-Tools (59 %)

Recruiter Selbsteinschätzung Eigenschaften

Mit der zunehmenden Bedeutung des E-Recruiting kommt es in Zukunft nicht nur auf Soft-Skills, sondern auch auf digitale Fähigkeiten wie Performance-Analyse, SEO oder Social-Media-Kompetenz, Bewerbermanagement und ein Verständnis von Recruiting Software an.

Welche Typen von Recruitern gibt es?

Bisher ist Recruiting kein Ausbildungsberuf. Recruiter sind daher in der Regel Quereinsteiger mit akademischem Hintergrund und einer Weiterbildung in Human Resources. Typen von Recruitern sind daher divers und unterscheiden sich wie folgt:

Inhouse Recruiter: Befinden sich in einem Angestelltenverhältnis, meist in größeren Unternehmen.

Externe Recruiter: Agieren in der Regel im Auftrag von Personalberatungsagenturen. Sie konzentrieren sich auf kleinere Unternehmen ohne eigenes Recruiting und spezialisieren sich mitunter auf verschiedene Berufsfelder.

Fazit: Die Zukunft des Recruiting

Recruiting wird anspruchsvoller und facettenreicher. Obwohl Unternehmen den Stellenwert ihrer Recruiter als hoch einschätzen (4,3 auf einer Skala von 1 bis 6)5 , nutzen derzeit wenige Firmen ihr volles Potential: 56 Prozent aller im Rahmen einer KOFA-Studie6 (Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung) befragten Unternehmen mangelt es an nachhaltigen Strategien.

Mehr als 90 Prozent dieser Unternehmen sind von einem Fachkräftemangel betroffen. Darüber hinaus wünscht sich jeder dritte Recruiter mehr Unterstützung, Entscheidungsautonomie und Anerkennung seitens der Geschäftsführung. Auch die digitale Infrastruktur, die Recruiter als besonders wichtig beurteilen, ist für effizientes E-Recruiting entscheidend.

Langfristig werden Recruiter neben ihrer administrativen Funktion besonders für den Aufbau eines nachhaltigen Talent-Pools und einer attraktiven Arbeitgebermarke immer bedeutender. Unternehmen sind also gut beraten, Personaler mit neuen Herausforderungen nicht allein zu lassen und sich um Weiterentwicklungsmöglichkeiten und mehr Einfluss für Recruiter zu bemühen.

WARUM NOCH LANGE WARTEN?

Heben Sie Ihr Recruiting auf das nächste Level!