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Recruiter

Was macht ein Recruiter?

Ganz allgemein gesagt haben Personalverantwortliche die Aufgabe, freie Stellen möglichst optimal zu besetzen. Doch was genau macht ein Recruiter, um dies zu erreichen? Hierzu ist eine Vielzahl einzelner Schritte notwendig. Zunächst einmal muss das Stellenprofil ausformuliert werden. Aus diesem muss genau ersichtlich sein, um welche Tätigkeit es sich bei der Stelle konkret handelt, welche Anforderungen die Stelle an den Bewerber stellt, welche Qualifikationen dieser mitbringen muss, etc. Als nächstes ist es notwendig, mithilfe dieser Informationen ein ansprechendes Jobinserat zu erstellen und dieses in diversen Printmedien bzw. Online-Jobbörsen zu veröffentlichen. Treffen dann die ersten Bewerbungsunterlagen ein, hat ein Personaler die Aufgabe, diese durchzuschauen und eine Vorauswahl zu treffen. In weiterer Folge fallen Telefoninterviews und erste Vorgespräche an. Oft ist der Recruiter die einzige Bezugsperson, zu der der Bewerber während der ersten Schritte des Bewerbungsprozesses in direktem Kontakt steht.
Neben diesen „klassischen“ Aufgaben ist ein Recruiter auch für die Organisation bzw. für den Besuch von Jobmessen, Networking, Active-Sourcing, das Anlegen eines Talent-Pools und z.T. auch für Tätigkeiten aus dem Bereich Personalmarketing zuständig.

Veränderungen im Tätigkeitsfeld

Die optimale Besetzung von Stellen wurde in den vergangenen Jahren vor allem aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels immer schwieriger. In vielen Branchen hat sich sogar ein regelrechter Kampf um hochqualifizierte Mitarbeiter entwickelt. Dies macht die Arbeit eines Recruiters erheblich schwerer und bringt eine Veränderung für seinen Tätigkeitsbereich mit sich.

Proaktiv statt reaktiv

So bewegen sich seine Hauptaufgaben immer weiter von den „klassischen“ Tätigkeiten, wie der Veröffentlichung von Stellenanzeigen oder der Durchsicht von Bewerbungsunterlagen weg, hin zu eher proaktiven Aufgaben. Es wird immer wichtiger, dass Recruiter nicht nur passiv arbeiten, sondern vor allem auch aktiv auf Personalsuche gehen. Der Bereich des Active-Sourcing hat deshalb in der letzten Zeit enorm an Bedeutung gewonnen. Dies liegt neben dem zunehmenden Mangel an High Potentials auch an dem vermehrten Einsatz von Bewerbermanagement Systemen. Diese nehmen dem Recruiter seine „klassischen“ Aufgaben anhand einer Software ab, sodass er sich mehr auf die aktive Rekrutierung von Personal konzentrieren kann.

Active Sourcing am Vormarsch

Neben dem Besuch von Jobmessen stehen auch zahlreiche Online-Kanäle zur Verfügung. So können Recruiter Social-Media-Plattformen (Facebook, Twitter, etc.) und Karrierenetzwerke (Xing, LinkedIn, etc.) dazu verwenden, um aktiv nach potentiellen Arbeitnehmern zu suchen. Vielversprechende Fachkräfte können persönlich angeschrieben werden und es wird versucht, diese – bereits vor dem eigentlichen Recruiting-Prozess – an das Unternehmen zu binden. Dieses Vorgehen bezeichnet man als vorausschauende Talentbindung. Durch die Verlagerung hin zur aktiven Personalbeschaffung übernehmen Recruiter immer häufiger Aufgaben des Personalmarketings und sorgen dafür, dass sich das Unternehmen nach außen hin als ein attraktiver Arbeitgeber darstellt.

Was sollte man mitbringen?

Obwohl der Beruf des Recruiters mittlerweile relativ weit verbreitet ist, gibt es noch immer keine spezielle Ausbildung dafür. Allerdings haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Weiterbildungsangebote und sogar Studienrichtungen, z.B. im Bereich Personalmanagement, entwickelt, welche auf den Arbeitsalltag im Recruiting vorbereiten sollen. Auch wenn ein Hochschulabschluss für die Ausübung des Berufs nicht unbedingt von Nöten ist, so ist ein einschlägiges Studium oder ein Studium in einem der Bereiche Wirtschaft, Psychologie oder Soziales doch von Vorteil und unter Recruitern auch nicht unüblich. Allerdings hat man durchaus auch mit einer kaufmännischen Ausbildung die Chance, eine Anstellung in diesem Bereich zu bekommen.
Wesentlich wichtiger als die Ausbildung ist im Bereich der Personalbeschaffung der Charakter der jeweiligen Person. Ein Recruiter muss ein offener, kommunikativer und kontaktfreudiger Mensch sein, der problemlos und ohne Hemmungen auf andere zugehen kann. Sehr von Vorteil ist eine gute Menschenkenntnis, um beispielsweise die „Soft Skills“ eines Kandidaten richtig einschätzen zu können. Des Weiteren sind Verkaufstalent und Fingerspitzengefühl wichtige Kompetenzen, um das Unternehmen gegenüber Bewerbern gut zu positionieren. Vorteilhaft ist es zudem, immer einen guten Überblick über die aktuelle Arbeitsmarktsituation zu haben und sich im Umgang mit Social-Media-Kanälen auszukennen.

Hat jedes Unternehmen einen Recruiter?

Auch wenn die Anzahl der Recruiter in den letzten Jahren massiv zugenommen hat, gibt es längst nicht in jedem Unternehmen eine eigene Position, die diese Bezeichnung trägt. Viele Personaler sind auch selbständig oder arbeiten für Peronalberatungs-Agenturen. Das bedeutet, sie sind nicht bei einem bestimmten Unternehmen festangestellt, sondern arbeiten für mehrere Firmen gleichzeitig. Die meisten kleineren und mittelständischen Unternehmen haben statt eines Recruiters einen HR-Generalisten, der zusätzlich für die Bereiche Personalmarketing und Personalentwicklung zuständig ist.