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Personalentwicklung: Definition, Ziele und Maßnahmen

Ist es nicht so, dass der Arbeitsmarkt einem ständigen Wandel unterliegt? Ja, mit Sicherheit. Auch der_die beste Mitarbeiter_in lernt nie aus und kann durch sinnvolle und nachhaltige Weiterbildungen dazu lernen. Daher ist es wichtig, dass die Belegschaft eines Unternehmens flexibel, anpassungsfähig und innovativ bleibt.

Unterstützung der Mitarbeiter, bindet diese auch langfristig ans Unternehmen. Sie sehen: Sowohl das Unternehmen als auch der_die Mitarbeiter_in profitiert von gut geplanter Personalentwicklung. Wer seine Mitarbeiter_innen nicht fördert, wird langfristig den „war of talents“ verlieren! Speziell hochqualifizierte Mitarbeiter_innen legen viel Wert darauf immer am Ball zu bleiben.

Was versteht man unter Personalentwicklung?

Arbeitgeber_innen, die von Mitarbeiter_innen Topleistungen erwarten, erreichen dies unter anderem auch danke entsprechender Förderung. Genau hier setzt strategische Personalentwicklung (PE) an. Darunter versteht man die gezielte Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiter_innen durch systematische Entwicklungsmaßnahmen. Wieso ist Personalentwicklung für jedes Unternehmen wichtig? Die Antwort liegt auf der Hand: Gut ausgebildete Mitarbeiter_innen tragen zu langfristigem Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bei. Die Förderung der Mitarbeiter_innen beeinflusst die Firma daher insgesamt positiv.


Welche Ziele verfolgt die Personalentwicklung?

Personalentwicklung hat als oberstes Ziel, Mitarbeiter_innen bei der Bewältigung der Arbeitsaufträge bzw. Erreichung der Unternehmensziele zu unterstützen. Das Um und Auf ist es, dass jede_r Mitarbeiter_in seiner_ihrer Tätigkeit bestmöglich nachgehen kann. Die stetige Weiterbildung und Qualifikation der Mitarbeitenden ist kein Selbstzweck. Sie dient vielmehr dazu, die strategischen Unternehmensziele zu erreichen. Ganz wichtig: Personalentwicklung sollte dabei immer langfristig ausgelegt sein – Stichwort Nachhaltigkeit.

Für Sie als Personalverantwortliche_n sind dabei zwei Fragen wichtig:

  • Was brauchen die Mitarbeitenden?
  • Was braucht das Unternehmen?

Idealerweise sollte jede Weiterbildung mit den Mitarbeitenden abgestimmt werden. Unfreiwillige Schulungen führen nicht unbedingt ans Ziel. Finden Sie heraus, welche beruflichen Ziele, Interessen und möglicherweise unentdeckten Talente Ihre Mitarbeitenden haben. Versuchen Sie diese bestmöglich mit den Zielen der Firma abzustimmen und zu fördern.

Wichtig ist, dass Mitarbeitende ihren eigenen Interessen nachgehen können und dürfen. Selbstverständlich müssen auch die Bedürfnisse der Abteilung bzw. des Unternehmens im Auge behalten werden. Das Ziel sind bestmögliche Resultate und Erfolge. Sie sehen: strategische Personalentwicklung hat viele Vorteile für das Unternehmen, aber auch für die Mitarbeitenden. Sehen wir uns diese gleich genauer an.


Personalentwicklung aus Unternehmenssicht

Ist Personalentwicklung ein vernachlässigter Erfolgsfaktor? Besonders in kleinen und mittleren Unternehmen scheint es, dass das Thema Personalentwicklung häufig ein Schattendasein fristet.

Eine Studie von Hays1 zeigt, dass die Personalentwicklung als Maßnahme zur Mitarbeiterbindung im Vergleich zu anderen Maßnahmen keine hohe Bedeutung hat:

 

Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung

Es fehlt häufig an der Übersicht über die fachlichen und sozialen Kompetenzen der Mitarbeitern. Die Entscheidung über Weiterbildungsmaßnahmen werden zumeist individuell und nach Bauchgefühl getroffen.

Eine wohl durchdachte Strategie zur Förderung und Weiterentwicklung des Personals ist zwar mit hohem Zeitaufwand und Kosten verbunden, sichert dem Unternehmen jedoch langfristig den Bestand an Fach- und Führungskräften.

Außerdem gibt es folgende Vorteile:

  • Anpassung an technologische, marktwirtschaftliche und gesellschaftliche Erfordernisse
  • Personal verfügt über Flexibilität sowie Anpassungsfähigkeit und kann schnell reagieren
  • Verbesserung fachlicher, methodischer, sozialer und persönlicher Fähigkeiten
  • Förderung von Nachwuchsführungskräften
  • Höhere Mitarbeiter_innenzufriedenheit und Motivation
  • Leistungs- und Produktivitätssteigerung
  • Weniger Abhängigkeit vom Arbeitsmarkt
  • Niedrigere Fluktuation
  • Sicherung des Mitarbeiter_innenbestandes und der Mitarbeiter_innenbindung
  • Zufriedene Mitarbeiter_innen als Botschafter_innen für Bewerber_innen und Kandidat_innen

Personalentwicklung aus Mitarbeiter_innensicht

Mitarbeiter_innen sehen betriebliche Aus- und Weiterbildungen oftmals als Chance an, ihr fachliches Know-how auszubauen oder sich neues Wissen anzueignen. Das dient einerseits der persönlichen Weiterentwicklung.

Es sichert aber auch deren Arbeitsplatz im Unternehmen. Sie können dadurch ihre beruflichen und persönlichen Qualifikationen an die Ansprüche des Arbeitsgebers anpassen.

Daraus ergeben sich für Mitarbeiter_innen folgende Vorteile:

  • Bessere Karriere- und Aufstiegschancen
  • Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes
  • Wissenslücken schließen, neue Talente entdecken, vorhandene Talente ausbauen
  • Qualifizierung für den Arbeitsmarkt
  • Übertragung von Verantwortung oder neuen Aufgabenbereichen
  • Verbesserung des Einkommens
  • Höheres Selbstvertrauen durch Weiterbildung

Welche Personalentwicklungsmaßnahmen gibt es?

Es gibt unterschiedliche Personalentwicklungsmaßnahmen. Das beinhaltet sämtliche Maßnahmen zur Förderung, Qualifizierung und Weiterbildung von Mitarbeitenden, Führungs- und Nachwuchsführungskräften. Wichtig dabei ist, das Leistungs- und Lernpotential der Mitarbeitenden zu erkennen und zu fördern. Je nach Größe des Unternehmens und der Zielgruppe bieten sich verschiedene Maßnahmen an.

Am besten werfen wir gleich einen Blick auf die 5 wichtigsten Personalentwicklungsmaßnahmen:

„Into the job“: Berufsvorbereitende Maßnahmen

Als HR-Manager_in müssen Sie schon heute an die Ausbildung des Nachwuchses von morgen denken. Vor allem in Zeiten des demographischen Wandels und des damit verbundenen Fachkräftemangels, ist es umso wichtiger junge Berufseinsteiger_innen und auch Auszubildende rechtzeitig durch berufsvorbereitende Maßnahmen zu fördern und an das Unternehmen zu binden.

Diese „into the job“ Maßnahmen fangen eigentlich schon vor dem Recruiting an und richten sich an Nachwuchskräfte, Absolvent_innen und auch Auszubildende. Bieten Sie also der jungen Zielgruppe entsprechende Ausbildungskonzepte, etwa in Form von:

  • einer betriebsinternen Berufsausbildung
  • einem berufsbegleitendem (dualem) Studium
  • speziellen Trainee-Programmen
  • Praktika
  • Berufsschnuppertagen
  • oder auch Coachings.

Bleiben Sie konsequent bei der Förderung von Nachwuchs- und Fachkräften. Es dauert manchmal einige Jahre, bis sich Ihr Unternehmen als Top-Ausbildungsstätte gefestigt hat. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Wer den Nachwuchs fördert wird keine Probleme haben die junge Zielgruppe für sich als Arbeitgeber zu begeistern. Ein positives Image als Ausbildungsstätte können Sie wiederum hervorragend für Recruiting und Employer Branding nutzen.

„On the job“: Maßnahmen am Arbeitsplatz

Nicht nur neue Mitarbeiter_innen möchten gefördert werden, sondern auch die bestehende Belegschaft. Bei neuen Mitarbeitenden ist die Phase des Onboardings besonders wichtig und kann durch „on the job“ Maßnahmen, wie etwa Einarbeitungszeiten, bestimmte Mentoringprogramme oder auch Coachings unterstützt werden. Zu diesen Maßnahmen zählen:

  • Job Enrichment: Erweiterung des Gestaltungs- und Verantwortungsspielraumes eines Mitarbeitenden
  • Job Enlargement: Erweiterung des Arbeitsfeldes auf derselben Ebene
  • Job Rotation: Einsatz von Mitarbeiter_innen an unterschiedlichen Arbeitsplätzen

„Along the job“: Berufsbegleitende Maßnahmen

Für eine stetige Personalentwicklung sind vor allem berufsbegleitende „along the job“ Maßnahmen notwendig. So können Mentoringprogramme und Coachings ebenfalls berufsbegleitend stattfinden.
Along the job Maßnahmen umfassen sämtliche Maßnahmen der Personalentwicklung, die dazu beitragen, dass Mitarbeitende systematisch über einen längeren Zeitraum gefördert oder auf weiterführende Tätigkeiten vorbereitet werden.
Dazu zählen folgende Maßnahmen.

  • Karriere- und Laufbahnplanung,
  • Programme für Nachwuchsführungskräfte, wie etwa Junior Executive Boards
  • spezielle Aus- und Weiterbildungen von sogenannten „High Potentials“
  • Assessmentcenter und Potenzialanalysen

Die ausgewählten Mitarbeiter_innen werden bei diesen Programmen gezielt auf eine neue Position im Unternehmen vorbereitet. Wie können Sie herausfinden welche_r Mitarbeitende sich für diese Weiterbildungsmaßnahmen eignet? Erstellen Sie beispielsweise gemeinsam mit dem_der Mitarbeitenden eine Potenzialanalyse, um die individuellen Aufstiegschancen im Unternehmen zu ermitteln.

Mit Hilfe einer Potenzialanalyse können Sie herausfinden, welche Leistungspotentiale Mitarbeiter_innen und Bewerber_innen haben. Dadurch lassen sich die Eigenschaften eines Mitarbeitenden oder eines Kandidatens mit dem Anforderungsprofil eines Jobs abstimmen. Es werden Kompetenzen in den Bereichen Methoden, Fachgebiet sowie Innovation und Veränderung analysiert. Auch soziale Kompetenzen, wie Durchsetzungs-, Team-, Kommunikations- oder Kritikfähigkeit werden für die Analyse herangezogen. Durchgeführt wird eine Potenzialanalyse anhand unterschiedlicher Methoden, zum Beispiel Fragebögen, Interviews oder auch in Form von Assessmentcenter.

„Near the job“ Maßnahmen mit Nähe zum Arbeitsplatz

Personalentwicklungsmaßnahmen mit enger räumlicher, zeitlicher und inhaltlicher Nähe zum Arbeitsplatz, werden als „near the job“-Maßnahmen bezeichnet. Sie finden nicht direkt am Arbeitsplatz statt, meist aber während der Arbeitszeit. Die Inhalte haben jedoch meist einen klaren Bezug zum Unternehmen.

„Near the job“ Maßnahmen sind zum Beispiel:

  • Lerngruppen
  • Projektarbeiten
  • Lernpartnerschaften, Workshops
  • Qualitätszirkel
  • Lernstätten
  • Ausbildungswerkstätten

Mitarbeitende werden motiviert, indem sie die Möglichkeit bekommen ihre Ideen, Gedanken und Vorschläge zur Verbesserung einzubringen. In Kleingruppen können verschiedene Themen gemeinsam lösungsorientiert bearbeitet werden. Etwa rund um die Bereiche Qualitätssicherung und Unternehmenskultur. Es steht hier die Beschäftigung mit konkreten Problemlösungen und die Erarbeitung von Verbesserungen für den eigenen Arbeitsbereich im Vordergrund.

Mitarbeitende fühlen sich dadurch ernst genommen und haben das Gefühl sich einbringen zu können. Sie übernehmen Verantwortung für sich, ihren Arbeitsplatz und ihren Arbeitgeber.

„Off the job“: Maßnahmen abseits des Arbeitsplatzes

Personalentwicklungsmaßnahmen abseits des Arbeitsplatzes finden außerhalb der normalen Arbeitszeiten statt, etwa am Abend oder am Wochenende.

Beispiele sind:

  • Vorlesungen
  • Kurse
  • Seminare
  • Workshops
  • Weiterbildungen von privaten Anbietern

Diese Maßnahmen finden hauptsächlich digital über Video-Konferenzen statt. Die Gestaltung dieser Trainings ist in aller Regel etwas komplexer, zeitaufwändiger und kostenintensiver.
Darüber hinaus müssen die Teilnehmer_innen ein hohes Maß an Eigenmotivation mitbringen. Zwingen Sie jedoch niemanden zu derartigen Weiterbildungen.

Im schlimmsten Fall werden Fortbildungen, Seminare oder Workshops, die außerhalb der Arbeitszeiten stattfinden als Bestrafung empfunden. Selbst wenn diese diese aus Unternehmenssicht als sinnvoll erachtet werden. Daher ist es wichtig abzuklären, ob die Mitarbeitenden überhaupt Interesse zeigen.

Grundsätzlich dienen „off the Job“ Maßnahmen zur Vermittlung von betriebsübergreifender Fach- und Methodenkompetenz und zur Persönlichkeitsentwicklung. Außerdem bieten Weiterbildungen und Trainings abseits des Jobs sehr gute Möglichkeiten Teamentwicklung zu fördern. So entsteht ein „Wir-Gefühl“.

 


Wie kann Personalentwicklung für Recruiting genützt werden?

Erhöhen der Arbeitgeberattraktivität

Förderungsmaßnahmen und sinnvolle Weiterbildungen tragen zu einem guten Arbeitsklima bei. Sinnvolle Personalentwicklungsmaßnahmen wirken sich folglich auch auf die Fluktuationsrate und das Image des Unternehmens als Arbeitgeber aus.

Wie wir schon öfters erwähnt haben, bietet Personalentwicklung einige Vorteile für Bewerber_innen und Kandidat_innen. Potenzielle neue Mitarbeiter_innen sehen dadurch, dass das Image eines Unternehmens nicht nur auf leeren Worten basiert. Denn nicht zuletzt trägt der Recruiting Prozess zum Arbeitgeberimage bei.

Bauen Sie einen Talent Pool und CRM auf

Langfristig etablierte Personalentwicklungsmaßnahmen mit positiven Auswirkungen sollten unbedingt nach außen kommuniziert werden. Die besten Botschafter für diese Tätigkeit sind zufriedene Mitarbeiter_innen oder ehemalige Bewerber_innen. Lassen Sie diese authentisch und ehrlich zu Wort kommen, um Ihr Image als Arbeitgeber aufzuwerten und somit optimalen Nutzen für das zukünftige Recruiting zu erzielen.

Personalentwicklung ist ein wichtiger Beitrag dazu, dass Mitarbeiter_innen im Unternehmen bleiben und neue hochqualifizierte Bewerber_innen Interesse an einer Tätigkeit bei Ihnen haben. Diese beiden Faktoren machen ein Unternehmen nicht nur erfolgreich, sondern auch innovativ, leistungsstark und flexibel. Sie sehen: Personalentwicklung trägt zum Unternehmenserfolg bei.


Fazit

Strategische Personalentwicklung hat eindeutig Auswirkung auf Ihr Recruiting. Sowohl die bestehende Belegschaft, als auch neue Bewerber_innen schätzen es, wenn sie die Möglichkeit haben, sich beruflich weiterzubilden. Kurz- oder langfristig wird sich Personalentwicklung auch auf Ihren Unternehmenserfolg auswirken und der Kreis schließt sich. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihre Mitarbeiter_innen sich nicht über- oder unterfordert fühlen.

Die Eigenmotivation der Mitarbeiter_innen ist das Um und Auf – sämtliche Maßnahmen sollten also mit den Mitarbeitenden abgestimmt sein und auf deren Bedürfnisse eingehen. Geben Sie der Belegschaft auch Zeit, das Gelernte umzusetzen. Sind Sie nicht sicher, ob die Maßnahme gut angekommen ist? Dann führen Sie zur Evaluierung am besten ein Feedbackgespräch durch.

Damit können Sie Maßnahmen weiterentwickeln und nachhaltig gestalten. Vergessen Sie eines nicht: Mitarbeitende die erfolgreich an einer Personalentwicklungsmaßnahme teilgenommen haben, können auch als Fürsprecher für Ihr Unternehmen eingesetzt werden. Dies wiederrum kann sehr hilfreich sein, die besten Kandidat_innen und Bewerber_innen an Bord zu holen.

WARUM NOCH LANGE WARTEN?

Heben Sie Ihr Recruiting auf das nächste Level!