Personalauswahl in der Praxis

# HR-Toolkit: Glossar

Definition Personalauswahl

Unter der Personalauswahl (oder auch Bewerberauswahl) versteht man jene Entscheidungen und Maßnahmen, die zur Auswahl von externen und internen Bewerbern führen.

In den meisten Fällen geschieht dies über einen mehrstufigen Auswahlprozess. Diesem wird in der Praxis oft nicht genügend Wichtigkeit beigemessen. Bei der Konzeptionierung ist es unerlässlich, alle Jobausschreibungen in unterschiedliche Gruppen zu unterteilen und für jede Untergruppe einen individuellen Bewerbungsprozess anzulegen. Der Bewerbungsprozess für die Position eines Marketing-Managers sollte sich zwangsläufig von dem eines IT-Mitarbeiters unterscheiden. Die Gründe dafür sind genauso vielfältig wie offensichtlich. Trotzdem wird dies bei der Personalauswahl in der Praxis oft ignoriert, da altmodische Bewerbermanagement Systeme nicht die Anlage von mehreren Bewerbungsprozessen unterstützen.

Kandidaten Vorauswahlkriterien

Nach der Ausschreibung einer offenen Position durchlaufen alle Bewerbungen im zweiten Schritt in der Regel eine Kandidatenvorauswahl (auch Prescreening genannt). In dieser Phase werden meistens die folgenden Kriterien zur Bewertung der eingegangenen Bewerbungen herangezogen:

  • Curriculum Vitae
  • Anschreiben/Motivationsschreiben/Textproben
  • Referenzschreiben von vorherigen Arbeitgebern
  • evtl. eingereichte Probearbeit

Beteiligung der Fachabteilungen

Sind die Bewerber vorausgewählt, werden diese oft an die einzelnen Fachabteilungen weitergeleitet, für die rekrutiert wird. Die Abteilungsleiter (oder auch Line-Manager genannt) begutachten im Gegensatz zu den HR-Verantwortlichen weniger den allgemeinen Eindruck der Bewerbungen, sondern achten deutlich mehr auf die fachlichen Fähigkeiten der Kandidaten. Hat der Fachabteilungsleiter seine Liste mit passenden Kandidaten fertiggestellt und an den HR-Manager weitergeleitet, vereinbart dieser in den meisten Fällen ein Interviewtermin mit dem Bewerber.

Das Bewerbungsgespräch

Ein weiterer wichtiger Schritt der Personalauswahl in der Praxis stellt das Bewerbungsgespräch dar. Doch dieses will gut geplant sein. Mangelndes Wissen über die bisherige Erfahrung bzw. über den Werdegang des Bewerbers oder gar eine Verwechselung können zu peinlichen Zwischenfällen während des Interviews führen. Ein unstrukturiertes Interview minimiert dessen Aussagekraft drastisch und führt zu einer mangelhaften Urteilsbildung. Der Gesprächsführende sollte sich daher unbedingt vor jedem Gespräch fünf Minuten Zeit nehmen, um die Unterlagen nochmals durchzugehen.

Besser noch: Es ist von besonderem Vorteil, wenn bereits in den vorherigen Schritten der Personalauswahl eine kurze Zusammenfassung zu jedem vielversprechenden Kandidaten angelegt wird.