Interne Personalbeschaffung

# HR-Toolkit: Glossar

Was ist interne Personalbeschaffung?

Die Personalbeschaffung teilt sich prinzipiell in zwei Bereiche: Die externe und die interne Rekrutierung von Personal. Im Folgenden wird lediglich die interne Personalbeschaffung näher beleuchtet. Die interne Personalbeschaffung versucht freie Stellen im Unternehmen, mit bereits vorhandenen Mitarbeitern zu besetzten. Für die interne Stellenbesetzung gibt es diverse Möglichkeiten. Grundsätzlich wird zwischen Maßnahmen mit bzw. Maßnahmen ohne Personalbewegung differenziert. Das heißt, es wird unterschieden, ob der Mitarbeiter eine komplett neue Stelle antritt und seine alte Position verlässt, oder ob er lediglich zu seinen jetzigen Aufgaben noch weitere hinzubekommt. Diese beiden Gruppen können dann weiter in einzelne Maßnahmen unterteilt werden.

Möglichkeiten mit Personalbewegung

Innerbetriebliche Ausschreibung der Stelle

Die offensichtlichste Methode, um eine Stelle mit einem vorhandenen Mitarbeiter zu besetzen, ist es, die Stelle intern auszuschreiben. Hierzu haben sich verschiede Kanäle, wie zum Beispiel eine Stellenanzeige in der Unternehmenszeitung, ein Aushang am schwarzen Brett, das Auslegen von Ordnern mit Stellenprofilen der freien Stellen oder die Veröffentlichung im Intranet bewährt. Alle Mitarbeiter des Unternehmens haben somit die Möglichkeit, sich auf eine freie Stelle zu bewerben. Der Bewerber muss aber selbstverständlich die für die Stelle benötigten Voraussetzungen (Qualifikationen, Kompetenzen, etc.) erfüllen.

Auf Vorschlag eines Vorgesetzten

Eine weitere Möglichkeit für die interne Personalbeschaffung ist, Empfehlungen von Vorgesetzten einzuholen. Diese kennen Ihre untergeordneten Mitarbeiter in der Regel recht gut und wissen, in welchen Bereichen diese Ihre Stärken, beziehungsweise Schwächen, haben. Auf der Grundlage dieses Wissens können sie gut einschätzen, welcher Mitarbeiter für die vakante Stelle geeignet wäre. Hat ein Vorgesetzter eine konkrete Person vorgeschlagen, so kann die Unternehmensleitung auf diese, zum Beispiel bei einem Mitarbeitergespräch zugehen und seine Meinung bezüglich des Vorhabens einholen.

Die Personalentwicklung zielt darauf ab, einen Mitarbeiter durch „gezielte“ Wissensvermittlung, in eine bestimmte Richtung zu „entwickeln“. Hierzu gibt es verschiedene Wege:

  • Ausbildung bzw. duales Studium: Die Ausbildung dient dazu, sich Mitarbeiter „heranzuziehen“, die genau auf die Anforderungen der Stelle bzw. des Unternehmens passen. Hierzu werden zwar zuerst Maßnahmen der externen Personalbeschaffung notwendig, allerdings können die Auszubildenden dann später für die interne Personalbeschaffung verwendet“ werden.
  • Umschulung: Durch eine Umschulung soll ein Mitarbeiter auf das Antreten einer völlig anderen Stelle vorbereitet werden, die von ihm neue Qualifikationen erfordert.
  • Weiterbildungsmaßnahmen: Diese dienen dazu, einem Mitarbeiter zusätzliches Wissen im Rahmen seines Fachgebiets, bzw. soziale Kompetenzen zu vermitteln, um ihm zum Beispiel das Antreten einer höheren Position zu ermöglichen.

Versetzung

Bei einer Versetzung muss der Arbeitnehmer, auf Anordnung des Arbeitgebers, entweder an einen anderen Standort des Unternehmens, oder in eine andere Abteilung wechseln. Dies sollte allerdings in Einvernehmen mit dem Mitarbeiter geschehen, um das Arbeitsklima nicht unnötig zu belasten und eine mögliche Kündigung seitens des Arbeitnehmers zu vermeiden. Um ein Handeln gegen den Mitarbeiterwillen zu verhindern kann der Betriebsrat bei einer Versetzung als „Aufsichtsorgan“ eingesetzt werden. Eine Versetzung kann sowohl Dauerhaft, als auch nur für einen bestimmten Zeitraum sein. In jedem Fall müssen arbeitsvertragliche Regelungen beachtet werden.

Interne Personalbeschaffung ohne Personalbewegung

Die interne Personalbeschaffung ohne Personalbewegung zielt vor allem darauf ab, einen kurzfristigen Mehrbedarf an Mitarbeitern intern abzudecken. Hierbei behält der Mitarbeiter seine Stelle, wird aber zeitlich anders oder vermehrt eingesetzt. Konkrete Methoden sind:

Änderung der Urlaubsplanung eines Mitarbeiters

Um kurzfristige Auftragsspitzen abzufedern, kann vor der Rekrutierung von Aushilfskräften, überprüft werden, ob die Möglichkeit besteht, dass ein bestehender Mitarbeiter seinen Urlaub verschiebt-und der Bedarf somit gedeckt wird. Bei der Auswahl des Mitarbeiters, der seinen Urlaub verschieben soll, gilt es zu beachten, wie lange der Urlaub schon eingetragen ist und ob der Mitarbeiter auf die Einhaltung von Schulferien oder ähnlichem angewiesen ist.

Verstärkter Einsatz von bestehenden Mitarbeitern

Neben einer Urlaubsverschiebung kann es zur Deckung eines kurzfristigen Mehrbedarfs sinnvoll sein, einzelne Mitarbeiter verstärkt einzusetzen. So kann ein zusätzlicher Mitarbeiter eingespart werden. Diese Lösung ist für das Unternehmen sehr komfortabel. Allerdings müssen die geleisteten Überstunden wieder abgebaut werden, sobald sich die Auftragslage wieder entspannt.

Welche Vorteile bringt eine interne Personalbeschaffung?

Die interne Personalbeschaffung bietet dem Unternehmen, vor allem hinsichtlich der Effizienz und Geschwindigkeit seiner Recruiting-Prozesse, zahlreiche Vorteile:

  • Karrieremöglichkeiten für bestehende Mitarbeiter: Steigende Mitarbeiterzufriedenheit, mehr Motivation, effektive Mitarbeiterbindung.
  • schnelle Besetzung bzw. verkürzte Time-to-Hire
  • minimale Recruiting Kosten
  • geringe Fehlbesetzungsgefahr, da der Mitarbeiter bereits bekannt ist
  • kurze Einarbeitungszeit: Mitarbeiter kennt bereits die Abläufe im bzw. die Struktur des Unternehmens

Interne Personalbeschaffung – Die Kehrseite

In Anbetracht der vielen Vorteile, die interne Personalbeschaffung mit sich bringt, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass sich eine interne Personalbeschaffung auch nachteilig auf das Unternehmen auswirken kann. Mögliche negative Folgen sind:

  • weniger Innovationskraft
  • schlechtes Arbeitsklima durch vermehrten Konkurrenzdruck
  • Frustration bei Ablehnung à sinkende Motivation
  • Nur begrenzte „Auswahl an Qualifikationen“: Es könnte sein, dass die Stelle extern besser zu besetzen wäre
  • Endloser Kreislauf: Die freiwerdende Stelle muss wiederbesetzt werden
  • evtl. Kosten für Fortbildungen und Ausfall der Mitarbeiter in dieser Zeit