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Führungsstile

Definition und Bedeutung

Mit dem Begriff Führungsstil bezeichnet man das Verhalten von Führungskräften gegenüber untergebenen Mitarbeitern. In Zeiten, wo qualifizierte Arbeitskräfte Mangelware sind und viele Unternehmen versuchen, Mitarbeiter durch flexible Arbeitszeiten, „fringe-benefits“ etc., an sich zu binden, sind die gelebten Führungsstile ein wichtiger Einflussfaktor auf die Arbeitgeberattraktivität. Somit ist ein gelebter Führungsstil nicht nur für die interne Mitarbeiterfluktuation, sondern auch für die Bewerberzahlen und das Ergebnis aller Personalmarketing Maßnahmen eines Unternehmens mitverantwortlich.

Studien sind sich einig – gut geführte Mitarbeiter verbleiben länger im Unternehmen, sind motivierter und zufriedener. Genauso wirken sich Führungsstile auf die Recruiting Maßnahmen eines Unternehmens aus. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Firma Google: Der Laissez-faire Führungsstil hat in Kombination mit extrem flexiblen Arbeitszeiten und der Einführung diverser Mitarbeiterbelohnunsprogramme einen regelrechten Hype am Bewerbermarkt ausgelöst. Der Führungsstil eines Unternehmens ist somit maßgeblich für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich.

Führungsstile nach Kurt Lewin

Die auf Kurt Levin zurückgehenden Führungsstile (vgl. hier) werden auch oft als „klassische Führungsstile“ bezeichnet. Er gilt als Begründer der modernen Sozialpsychologie und entwickelte seine Kategorisierung verschiedener Führungsstile anhand von empirischen Studien. Diese führten zu einer grundsätzlichen Unterscheidung:

Autoritärer Führungsstil

Beinhaltet eine klare hierarchische Trennung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Mitarbeiter sind lediglich für die Ausführung der Entscheidungen des Vorgesetzten verantwortlich. Daraus resultiert in den meisten Fällen ein sehr distanziertes Verhältnis zwischen den beiden Hierarchiestufen.

Vorteile

Nachteile

Entscheidungen können schnell getroffen werden, da Verantwortungsbereich klar definiert ist. Dies ist gerade in Krisensituationen von Vorteil.Demotivierende Auswirkungen auf Arbeitsverhalten der Mitarbeiter, da keine Eigeninitiative gefordert wird. Häufig Überforderung des Vorgesetzten bei großem Team, da alle Entscheidungen von ihm selbst getroffen werden müssen.

 

Kooperativer Führungsstil

Im Gegensatz zum autoritären Führungsstil haben Mitarbeiter die Möglichkeit an Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Eigenverantwortliches Arbeiten (Selbstkontrolle) wird geschätzt.

Vorteile

Nachteile

Mitarbeiter sind motivierter, da Sie die Relevanz ihrer eigenen Arbeit verstehen. Der Vorgesetzte wird entlastet, da nicht alle Entscheidung alleine getroffen werden müssen. Die Entscheidungsbefugnis fördert das Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter und trägt somit zu einem guten Gesamtergebnis bei.Es besteht die Gefahr, dass sich die Führungskraft nicht durchsetzen kann. Dies kann zu schleppender Entscheidungsfindung und mangelnder Disziplin unter den Mitarbeitern führen.

 

Laissez-Faire Führungsstil

Definiert sich durch das komplette Gegenteil eines autoritären Führungsstils. Mitarbeiter haben volle Freiheit. Sämtliche Entscheidungen werden im Team getroffen.

Vorteile

Nachteile

Großer Freiraum und selbstbestimmtes Arbeiten kann sich sehr positiv und motivierend auf manche Mitarbeiter auswirken, da sich jeder entsprechend seiner persönlichen Stärken einbringen kann.Mangelnde Absprache und schlechte Koordination können zu einer schlechten Priorisierung von ausstehenden Aufgaben führen. Nicht alle Angestellten können mit so viel Freiheit umgehen und erwarten oder benötigen eine gewisse Hierarchie, um effizient zu arbeiten.