Facebook E-Recruting

# HR-Toolkit: Glossar

Hintergrund und Entwicklung

Facebook E-Recruiting zählt zum Bereich des Social Recruitings. Hiermit ist die Personalbeschaffung über soziale Netzwerke gemeint. Der Einsatz von Social-Media-Kanälen zur Personalsuche hat in den letzten Jahren stetig zugenommen.

Eine Studie des „Institute for Competitive Recruiting“ in Heidelberg über den Erfolg der verschiedenen Recruiting-Kanäle, mit über 650 Teilnehmern zeigt, dass die Anzahl der Stellen, die über Social Recruiting besetzt wurden, schon 2013 relativ hoch war.

Mehr Informationen zu der Studie erhalten Sie hier.

Wie verbreitet ist der Einsatz von Facebook E-Recruiting?

Die Zahl der Social-Recruiting-Kanäle ist vielfältig: von Karrierenetzwerken, wie Xing oder LinkedIn, über Facebook und Twitter bis hin zu YouTube.

Welche Rolle spielt das Facebook E-Recruiting in dieser Masse an Möglichkeiten? Laut einer Umfrage von Online-Recruiting.net lag Facebook in Deutschland 2015 auf Platz 2 der beliebtesten und meistgenutzten Social-Recruiting-Kanäle. Es wurden 423 Personalverantwortliche befragt, welche sozialen Netzwerke sie für ihre Personalsuche nutzen. 76,7% der Befragten gaben dabei an, Facebook für die Rekrutierung von Personal zu verwenden. Im Folgenden sehen Sie eine graphische Darstellung des Ergebnisses.

Welche Möglichkeiten gibt es Facebook E-Recruiting zu betreiben?

1. Firmenseite

Sie haben die Möglichkeit in Facebook eine eigene Recruiting-Fanpage zu gestalten. Auf dieser können Sie dann diverse Texte, Bilder, Videos und natürlich Stellenanzeigen posten. Für Bilder eignen sich besonders gut Aufnahmen aus dem Unternehmensalltag, die beispielweise Einblicke in einzelne Abteilungen gewähren. Wichtig ist darüber hinaus, ein aussagekräftiges Titel- und Profilbild zu wählen. Dies ist in der Regel das Erste, was sich ein User und somit potentieller „Liker“ und „Bewerber“ anschaut.

2. Gruppen

Ein anderer Weg, um über Facebook E-Recruiting zu betreiben, ist es, Stellen in Facebook-Gruppen zu inserieren. So können Sie je nach Ihrer Zielgruppe Stellenanzeigen in diversen Gruppen, wie beispielsweise Studentengruppen oder berufsspezifischen Gruppen posten. Durch die genaue Auswahl der Zielgruppe ist die Wahrscheinlichkeit, passende Bewerber zu finden, relativ hoch. Mittlerweile gibt es auch einige speziell für das Recruiting angelegte Gruppen. Hier können Sie Ihre Stellenanzeigen veröffentlichen und vielversprechende Kandidaten finden.

3. Ads

Facebook Ads können auf konkrete Zielgruppen ausgerichtet werden, z.B. mit Text, Verlinkung auf Ihre Homepage und einem Bild. Dies ist durch die Auswahl von Filtern, wie Berufsgruppe, Wohnort, Geschlecht, Alter, etc. möglich. So können Sie zum Beispiel Werbeanzeigen speziell für Informatikstudenten aus dem Raum München, die im kommenden Jahr ihr Studium abschließen werden schalten. Die Anzeigen können beispielsweise kurze Texte, eine Verlinkung auf Ihre Homepage oder Bilder enthalten und sind zu unterschiedlichen Budgets erhältlich.

4. Active Recruiting

Active Recruiting bezeichnet das gezielte Suchen nach potentiellen Bewerbern und deren direkte Ansprache. Dies ist grundsätzlich auch über Facebook möglich, allerdings ist die rechtliche Situation bezüglich der Recherche und direkten Kontaktaufnahme umstritten. Kontaktiert werden dürfen prinzipiell nur Personen, die dies ausdrücklich wünschen, bzw. auf ihrer Profilseite bekannt geben oder Mitglieder in speziellen Recruiting-Gruppen sind. Ein Nachteil der aktiven Suche über Facebook ist im Vergleich zu speziellen Karrierenetzwerken, dass die Suchkriterien sehr beschränkt sind.

Ist Facebook E-Recruiting sinnvoll?

Vorteile Nachteile
direkter Dialogmöglicherweise unpassende Ansprache
Employer Brandingevtl. negative Kommentare, Shitstorm
Ansprache vieler unterschiedlicher PersonenKommunikation mit den Usern ist zeitaufwendig
große Reichweitenur bestimmte Suchanfragen möglich
Ansprache von nicht aktiv Suchenden

Tipps für Ihr Facebook E-Recruiting

E-Recruiting über Facebook bringt viele Vorteile. Allerdings muss man auch einiges beachten, um wirklich einen Erfolg daraus
ziehen zu können und negative Auswirkungen zu vermeiden:

  • Ihr Social-Media-Auftritt muss immer aktuell sein!
  • Auf Userkommentare sollten Sie möglichst zeitnah eingehen.
  • Verwenden Sie authentische Bilder aus dem wirklichen Unternehmensalltag.
  • Posten Sie regelmäßig in sinnvollen Zeitabständen (ca. 2-4 mal pro Woche).
  • Call-to-Action: Animieren Sie die Leser zum Teilen ihrer Beiträge.
  • Posten Sie nicht nur Stellenanzeigen, sondern achten Sie darauf, möglichst viel unterschiedlichen Content zu veröffentlichen. Die Inhalte sollten allerdings einen Bezug zum Unternehmen haben und das Interesse der User an Ihrem Betrieb wecken.
  • Achten Sie auf das Einhalten von Urheberrechten (z.B. bei Bildern).
  • Negative Kommentare sollten (solange sie nicht zu extrem sind) nicht gelöscht werden.
  • Bei Stellenausschreibungen in Facebook sollten Sie überprüfen, ob der, für das soziale Netzwerk übliche, lockere Umgangston auch zur Stelle passt.
  • Binden Sie Ihre Mitarbeiter ein! Diese können zum Beispiel Stellenanzeigen teilen und somit die Reichweite nochmals erhöhen.
  • Lassen Sie sich von Profilseiten nicht zu Fehlschlüssen auf den Charakter der Person verleiten.
  • Achten Sie beim Active Sourcing auf die Einhaltung der Privatsphäre.