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Der Arbeitsvertrag

Definition und inhaltliche Kernpunkte

Grundsätzlich liegt ein Arbeitsvertrag vor, sobald sich eine Person zur Arbeitsleistung für eine andere Person verpflichtet. Jene Person, die die Arbeit leistet, ist Arbeitnehmer, während jene Person, welche die Arbeitsleistung empfängt, Arbeitgeber ist. Beide Vertragspartner haben Rechte und Pflichten.

  • Arbeitnehmer: Arbeitsleistung (Pflicht)
  • Arbeitgeber: Bezahlung (Pflicht)

Sofern die Rechte und Pflichten gesetzlich nicht ausreichend definiert sind, werden Sie im Arbeitsvertrag geregelt. Der Arbeitsvertrag ist an keine bestimmte Form gebunden, er kann also auch mündlich abgeschlossen werden. Empfehlenswert ist ein schriftlicher Vertrag dennoch, da im Zweifelsfall (oder bei rechtlichen Auseinandersetzungen) klar
beurteilt werden kann.

Eigenschaften

Damit ein Arbeitsverhältnis besteht, müssen laut der österreichischen Arbeiterkammer nicht alle der folgenden Merkmale in einem Arbeitsvertrag vorkommen, jedoch inhaltlich überwiegen:

  • persönliche und wirtschaftliche Abhängigkeit des Arbeitnehmers
  • Arbeitsverhältnis als Dauerschuldverhältnis
  • persönliche Arbeitspflicht des Arbeitnehmers
  • Arbeitsleistung durch die Verwendung von Arbeitsmitteln, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden
  • Arbeitnehmer ist in Unternehmensorganisation des Arbeitgebers eingegliedert
  • Risiko und Erfolg der Arbeitsleistung treffen den Arbeitgeber

Eine grundlegende Eigenschaft ist außerdem, ob ein Arbeitsvertrag befristet oder unbefristet ist. Befristete Verträge werden in der Regel bei Praktika, Vertretungen oder Saisonarbeit ausgestellt.

Der Inhalt in der Praxis

Bei der Erstellung eines rechtskonformen Arbeitsvertrags sollten folgende Punkte unbedingt enthalten sein:

  • Inhalt der Arbeit: Skizzierung der Aufgaben des Arbeitnehmers. (Achtung: keine zu detaillierte Auflistung der Aufgaben, da Arbeitsinhalte häufig variieren und relativ flexibel bleiben sollten.)
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses: Darlegung, ob es sich um ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis handelt. Bei einem befristeten Arbeitsvertrag muss das Ende des Arbeitsverhältnisses klar definiert werden. Dass dabei keine Kündigung notwendig ist, sondern das Arbeitsverhältnis mit diesem Datum beendet wird, muss ebenfalls im Vertrag stehen.
  • Ort und Zeit: Angabe des Arbeitsortes, der vereinbarten Arbeitszeit (z.B. 38,5 Stunden pro Woche), evtl. Überstundenregelungen und tägliche Arbeitszeiten (z.B. flexible Zeiteinteilung und Kernarbeitszeit von 9 bis 15 Uhr).
  • Probezeit und Urlaub: Erklärung über die Dauer der Probezeit, Anzahl der Urlaubstage, Anspruch auf Urlaubsgeld etc.
  • Gehalt: Klare Angabe über die Höhe des Gehalts, Zuschläge, Sonderzahlungen und über den Auszahlungszeitpunkt.
  • Kündigung: Dauer der Kündigungsfrist (auch wenn gesetzlich geregelt), Ansprüche, etc.
  • Krankheit: Vorgehen im Krankheitsfall (z.B. Arztbescheinigungen)
  • Nebentätigkeit: Klare Vereinbarung bzgl. dem Vorgehen bei etwaigen Nebenbeschäftigungen treffen und festhalten.
  • Verschwiegenheitserklärung und Konkurrenzklausel: Pflicht des Arbeitnehmers zur Geheimhaltung interner Vorgänge und Regelung bzgl. Arbeitsverhältnissen mit Wettbewerbern nach Unternehmensaustritt des Arbeitnehmers.

Was bringt ein Arbeitsvertrag?

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Vorteile

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Nachteile

kontrolliertes Arbeitsverhältnis (schützt beide Vertragsparteien)Bindung beider Parteien an den Vertrag
klare Regelungen bzgl. Gehalt, Sonderzahlungen, Urlaubsanspruch, Unternehmensaustritt, etc.Vertragsveränderungen müssen der vorher festgelegten Form entsprechen
abgegrenzter Aufgabenbereich bzw. definierte PflichtenFairness, Loyalität und guter Wille als Voraussetzung
Erklärung über die Rechte des ArbeitnehmersVertragserstellung ist oft mit großer Unsicherheit auf beiden Seiten verbunden

Rechtliche Unterschiede

Egal ob in Österreich, Deutschland oder der Schweiz – die Arbeitsbedingungen müssen in allen drei Ländern hohen rechtlichen Standards entsprechen. Dennoch gibt es im Arbeitsrecht einige Unterschiede, die sich auch auf den Arbeitsvertrag auswirken.
In Österreich wird der Arbeitsvertrag in unterschiedlichen Gesetzen z.B. für Angestellte oder den öffentlichen Dienst separat geregelt. In Deutschland gibt es nur ein Gesetz. Generell wird der Terminus „Arbeitsvertrag“ in den offiziellen Gesetzestexten kaum verwendet. Man spricht eher von einem Dienstvertrag.
Gibt es in Österreich zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber keinen Arbeitsvertrag, dann hat der Arbeitgeber die Pflicht, dem Arbeitnehmer spätestens am ersten Arbeitstag einen Dienstzettel auszuhändigen. Auf diesem müssen alle Charakteristika des Arbeitsverhältnisses aufgeführt sein. Dabei darf nicht von den mündlich getroffenen Vereinbarungen abgewichen werden.