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Candidate Relationship Management (CRM): Definition, Vorteile & Phasen

Candidate Relationship Management
Die Suche nach geeigneten Talenten wird schwieriger. Nicht nur der Fachkräftemangel und demographischer Wandel setzen Unternehmen unter Druck. Auch klassisches Recruiting reicht oft nicht, um Stellen nachhaltig zu besetzen. Viele Unternehmen setzen daher auf Candidate Relationship Management.

Candidate Relationship Management, kurz CRM, ergänzt das Recruiting und pflegt positive Beziehungen zu aktuellen, potentiellen und ehemaligen Kandidat_innen. Wir zeigen Ihnen, worauf es beim Candidate Relationship Management ankommt, wie es sich anwenden lässt und welche Maßnahmen sich bewährt haben.

Was bedeutet Candidate Relationship Management?

Candidate Relationship Management identifiziert aktive und passive Talente, baut einen Talentpool aus qualifizierten, interessierten Kandidat_innen auf und pflegt Beziehungen und Kontakte. Das spart Kosten und Zeit bei der Stellenbesetzung, stärkt Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit und fördert das Employer Branding.

Smartes CRM ist ganzheitlich angelegt. Talente werden nicht punktuell gesucht, sondern langfristig identifiziert, interessiert und gepflegt. Das vereinfacht Bewerbungsprozesse und verhindert unnötige Fluktuation und kritische Vakanzen.


Candidate Experience: Der Kern des CRM

Ein guter Eindruck und positive Beziehungen zu Bewerber_innen sind oftmals entscheidend.

Laut einer Umfrage von Monster1 empfinden 72,9 Prozent der Befragten das Warten auf Rückmeldung als den unangenehmsten Bewerbungsabschnitt. Für 52,7 Prozent ist es der Auswahlprozess samt Bewerbungsgespräch. Als positiv betonten 25,3 Prozent das aktive Bemühen des Arbeitgebers um angenehmes Bewerbungsklima, Wertschätzung und hilfreiches Feedback.

Bewerbungsprozesse, die schlechte Eindrücke hinterlassen, schaden einer Arbeitgebermarke und mindern Chancen für eine spätere Einstellung geeigneter Bewerber_innen. Mit CRM lassen sich Bewerbungsabläufe verbessern und ein Talentpool kann aktiv erweitert werden.


Vorteile des Candidate Relationship Management

1. Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke

Unternehmen, deren Bewerbungsprozesse gut in Erinnerungen bleiben, erhalten auf Bewertungsportalen wie kununu positive Bewertungen.

2. Talentpool und Kandidat_innen-Pipeline aufbauen

Seine Stärke spielt CRM im Aufbau eines Talentpools und einer Kandidat_innen-Pipeline aus. Müssen wichtige Stellen schnell besetzt werden, so profitieren Unternehmen davon, rechtzeitig Talente entdeckt, angesprochen und gebunden zu haben.

3. Monitoring von CRM und Employer Branding

CRM ermöglicht die Messung ergriffener Maßnahmen. So lässt sich untersuchen:

  • welche Kandidat_innengruppen Interesse zeigen
  • ob Employer Branding die Zielgruppe erreicht
  • an welchem Punkt Kandidat_innen abspringen
  • oder wie erfolgreich die Förderung potentieller Talente ist

4. Unternehmenskultur und Employer-Value-Proposition bewerben

Gezielte Kontaktpflege gewährt einen aktiven, regelmäßigen Einblick in die Unternehmenskultur und betont die Employer-Value-Proposition. Einzigartige Leistungen und Angebote oder soziales/ökologisches Engagement können in Form von Newslettern und Rundmails das Unternehmensimage stärken.


Phasen des Candidate Relationship Management

 

Candidate Relationship Phasen

 

1. Discover

Die Möglichkeiten Talente on- und offline zu entdecken sind vielfältig. Es stellt sich die Frage, welche Kanäle sich anbieten und wie aktive und passive Kandidaten_innen erreicht werden können. Identifizierte Talente werden in einem Talentpool nach Eignung und Qualifikation organisiert und langfristig wird eine Beziehung mit ihnen aufgebaut.

Zur Discover-Phase gehören folgende Maßnahmen:

  • Kontaktlisten aus ehemaligen und aktuellen Bewerber_innen und Mitarbeiter_innen anlegen und organisieren
  • Social Media Profile potentieller Kandidat_innen sichten
  • Auf der eigenen Karriereseite interessierten Kandidat_innen die Möglichkeit geben, Profildaten zu hinterlegen

2. Attract

Interesse bei Kandidat_innen lässt sich auf verschiedenen Wegen wecken:

  • Employer Branding durch On-/Offline-Werbekampagnen
  • Talentsuche im Umfeld der eigenen Mitarbeiter_innen fördern
  • Eine attraktive Präsenz auf Sozialen Netzwerken aufbauen & Markenbotschafter unter eigenen Mitarbeitern nutzen
  • Durch Newsletter und automatisierte Nachrichten passive Kandidat_innen auf dem Laufenden halten
  • Auf dem klassischen weg über Karrieremessen auf sich aufmerksam machen

3. Engage

Die Engage-Phase dreht sich um den Umgang mit Kandidat_innen. Der Bewerbungsprozess ist dabei so angenehm und transparent wie möglich zu gestalten:

  • Regelmäßiges, zeitnahes Feedback zu Bewerbungsunterlagen (Eingangsbestätigungen, Dankesmails)
  • Updates zum Stand der Bewerbung
  • Positives, angenehmes Klima bei Bewerbungsgesprächen
  • Zeitnahe Rückmeldung und Feedback zum Auswahlprozess
  • Geeignete Bewerber_innen, die nicht in die nächste Runde kamen, weiter an das Unternehmen binden (Stichwort Talentpool)

4. Nurture

Nach dem Bewerbungsprozess ist die Kontaktpflege fortzusetzen. Beziehungen zu Kandidat_innen lassen sich durch Newsletter und Email-Verteiler (z.B. für Unternehmensinfos, Geburtstagsglückwünsche oder Feiertagsgrüße) pflegen. Auch Hilfestellungen, Event-Einladungen, Workshops oder Tipps zu Weiterbildungen, vermitteln ein Gefühl der Wertschätzung.

5. Hire

Gepflegte Beziehungen vereinfachen die Einstellung neuen Personals. Nicht nur wissen Kandidat_innen bereits vor ihrer Bewerbung, was sie vom Unternehmen erwarten können. Auch Recruiter können schnell reagieren, wenn begehrte Talente frei oder passende Stellen verfügbar werden.


CRM Vorüberlegungen

Smartes Candidate Relationship Management erfordert folgende strategische Vorüberlegungen:

  • Ermittlung des Personalbedarfs: Wie ist der aktuelle und zukünftige Personalbedarf auf die Unternehmensziele ausgerichtet?
  • Candidate Persona definieren: Welche Kandidat_innenprofile und Qualifikationen braucht das Unternehmen?
  • Employer Branding auf Candidate Persona abstimmen: Wie lässt sich Employer Branding attraktiv gestalten, um geeignete Kandidaten_innen anzusprechen?
  • Softwarelösungen für CRM: Wie lässt sich der Talentpool effizient organisieren? Über welche Kanäle und mit welchen Tools soll die Kontaktpflege erfolgen?
  • Online-Strategien definieren: Über welche Kanäle und Plattformen sollen Beziehungen geknüpft und gepflegt werden?
  • Controlling und Monitoring: Wie lassen sich Entwicklungen von CRM messen und auswerten, um Maßnahmen zu optimieren und anzupassen?

Fazit: Candidate Relationship Management ist fester Bestandteil von Recruiting

Ohne langfristige Recruiting-Strategien lässt sich nachhaltiges Talent Management kaum umsetzen. Unternehmen, die ihr Recruiting um ein ganzheitliches Candidate Relationship Management Konzept ergänzen, sind auf dem Arbeitsmarkt besser aufgestellt. Sie können nicht nur eine Balance zwischen Candidate-, Employee- und Customer-Experience herstellen, sondern auch die Herausforderungen und den Wandel auf dem Arbeitnehmermarkt besser bewältigen.

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