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Fair Recruiting

Faire Personalarbeit hat viele Gesichter. Bei der Wahl neuer Mitarbeiter spielen in jeder Kultur, jeder Branche und jedem Unternehmen andere Kriterien eine Rolle. Ob Menschen einander sympathisch finden oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Recruiter müssen in ihrem Arbeitsalltag häufig Entscheidungen treffen, die das Leben von mindestens einer Person beeinflussen. Umso wichtiger ist fair Recruiting. Fachliche Qualifikationen und soziale Kompetenzen der Kandidaten spielen natürlich eine wichtige Rolle. Welcher Bewerber sich tatsächlich über einen neuen Job freuen darf, oder zumindest zu einem Interview eingeladen wird, hängt zu oft aber nicht nur von objektiven Kriterien ab.

Leider kommen im Recruiting nicht immer 100% gerechte und transparente Methoden zum Einsatz. Einerseits ist es bis zu einem gewissen Grad verständlich, dass Personaler angesichts überragender Berge an Bewerbungen und einem enormen Zeitdruck nach einem schnellen Weg suchen, Bewerber auszuwählen. Andererseits steht bei manchen Verfahren von vorn herein fest, dass nicht alle Bewerbungen angesehen werden.

Natürlich kann schlecht nachgewiesen werden, nach welchen Kriterien oder Verfahren tatsächlich ausgewählt wird. Dringen jedoch Informationen über unfaire Methoden nach außen, wirkt sich das schnell negativ auf das Arbeitgeberimage des Unternehmens aus.

Worst Practices

Diese 5 Auswahlmethoden werden Ihr Recruiting garantiert nicht mit Ruhm bekleckern:

  • Nur die oberen/unteren drei Bewerbungen vom Stapel ansehen und einladen, oder einfach drei rausziehen, oder Würfeln, oder oder oder…
  • Nach dem Foto wählen.
  • Aufgrund von Vorurteilen Bewerber gleich ausschließen. Sei es aufgrund des Alters, des Geschlechts, der Herkunft, des Aussehens, der körperlichen Eigenschaften oder nur wegen ihres Namens („Franz hört sich zu altmodisch an“).
  • Den empfohlenen Kandidaten (der zufällig ein Bekannter der Schwester des Kollegen ist) ohne Wenn und Aber einstellen.
  • Alle Bewerber einen aufreibenden Prozess absolvieren lassen, am Ende die Stelle streichen und eine Massenmail an alle senden (in der jeder Empfänger in CC steht).

Damit die Personalsuche fairer wird, keine Bewerber aufgrund irrelevanter Eigenschaften diskriminiert werden und jeder Kandidat eine echte Chance auf den freien Job erhält, haben sich verschiedene „Do’s and Dont’s“ etabliert. In Österreich und Deutschland ist es beispielsweise noch gängig, dass Bewerber Ihren Unterlagen ein Foto beifügen. In den USA oder Großbritannien ist dies inzwischen nicht mehr erwünscht. Somit fällt immerhin ein Faktor, der oft unfaire Entscheidungen begründet, weg. In manchen Ländern werden sogar Name, Geschlecht und Alter aus den Bewerbungsunterlagen gestrichen, bevor die Recruiter diese zu sehen bekommen. Das soll sicherstellen, dass wirklich rein aufgrund der Qualifikationen bzw. harter Fakten entschieden wird.

Auch wenn es meist unbewusst passiert, Recruiter sind auch nur Menschen und treffen ihre Entscheidungen häufig aus dem Bauch heraus. Einerseits sind solche Entscheidungen schwer begründbar, andererseits kennen Personaler ihr Unternehmen (hoffentlich) so gut, dass ihr Gefühl sie bei der Personalauswahl nicht im Stich lässt.

Fair Recruiting: Einer für alle und alle für einen

So kann jeder Personaler, Mitarbeiter und Unternehmer selbst den Grundstein für faires Recruiting legen…

  • Toleranz und Diversität im Unternehmen leben.
  • Niemanden bevorzugt behandeln.
  • Klare Auswahlkriterien festlegen und den involvierten Personen mitteilen.
  • Personalentscheidungen im Team treffen und Gründe transparent kommunizieren.
  • Vor finalen Entscheidungen nochmals objektive und subjektive Einflussfaktoren Revue passieren lassen und reflektieren, inwiefern diese für die Entscheidung ausschlaggebend waren.
  • Gegen unfaires Verhalten von Mitarbeitern, Kollegen und auch Führungskräften vorgehen.
  • Klare Grenzen setzen.

Fair Recruiting setzt viel Vorarbeit innerhalb des Unternehmens voraus. Jeder kann in seinem Denken und Handeln dazu beitragen. Fair heißt gerecht, ehrlich und anständig zu handeln. Entsprechende Strukturen im Recruiting helfen dabei, wirklich jenen Bewerber zu finden, der für die Stelle am besten geeignet ist. Sowohl in fachlicher als auch sozialer Hinsicht. Ein genau definierter Recruiting-Prozess trägt dazu ebenso bei, wie der Einsatz entsprechender Software oder spezielle Auswahlmethoden (z.B. Assessment Center, Test, Probearbeiten, etc.).

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