Bewerberkommunikation

# HR-Insights

So kommunizieren Sie richtig mit Ihren Bewerbern

Die Bewerberkommunikation ist ein heikler Prozess. Bewerber bemühen sich meistens mehr darum, die richtigen Verhaltens- und Kommunikationsweisen an den Tag zu legen, als Unternehmen es tun. Sie wollen durch ihre Bewerbungsunterlagen und beim Vorstellungsgespräch einen positiven Eindruck hinterlassen.

Ob sich ein Unternehmen für einen Kandidaten entscheidet, hängt aus Sicht des Bewerbers von

  • seinen Bewerbungsunterlagen
  • der Körpersprache (Gestik/Mimik/Haltung)
  • seiner Sprache (Aussprache/Lautstärke)
  • dem Auftreten bzw. ersten Eindruck und
  • natürlich seinen Hard und Soft Skills ab.

Auch Bewerber kommunizieren online!

Im Internet gibt es zahlreiche Informationen und „Anleitungen“ wie sich Bewerber richtig gegenüber potentiellen neuen Arbeitgebern verhalten. Umgekehrt hat die Kommunikation durch Unternehmen mit Bewerbern einen eher untergeordneten Stellenwert. Möglicherweise liegt das immer noch daran, dass viele Unternehmen der Meinung sind sie können mit ihren Bewerbern umgehen wie sie wollen, da es diese ja wie “Sand am Meer” gibt. Dieser Ansicht stimmen wir definitiv nicht zu. Personaler, die diese Meinung vertreten, sollten aufpassen. Dank Social Media und Plattformen wie kununu.com können Jobsuchende ihre Erfahrungen einfach austauschen. So kann es im Handumdrehen passieren, dass ein Unternehmen durch die unzureichende Bewerberkommunikation einen schlechten Ruf am Arbeitsmarkt bekommt.

No-Gos der Bewerberkommunikation

Heikle Situationen mit denen sich Recruiter oft konfrontiert sehen, können durch offene und transparente Bewerberkommunikation entschärft werden. Wie die generelle Stimmung der Bewerber bezüglich einer freien Stelle ist, wird schon durch das Layout und die Inhalte der Stellenausschreibung, bzw. deren Verbreitung beeinflusst. Wie Sie zu Ihrer Top Stellenausschreibung kommen, lesen Sie in unserer Artikelreihe rund um die perfekte Stellenausschreibung.

Einige Dinge sollten Recruiter im Umgang mit potentiellen neuen Mitarbeitern unbedingt vermeiden:

  • Auf eingegangene Bewerbungen nicht antworten.
  • Eine Entscheidungsfrist setzen und diese anschließend nicht nur nicht einhalten, sondern immer wieder verlängern und die Bewerber hinhalten.
  • Falsche Anreden oder Namen bei E-Mails.
  • E-Mail Adressen vertauschen und dadurch Absagen und Zusagen verwechseln.
  • Termine für Bewerbungsgespräche nicht einhalten oder kurzfristig absagen.
  • Dem Bewerber nicht zuhören und keine Zeit geben selbst Fragen zu stellen.
  • Falsche oder nicht aktuelle Ansprechpartner, Telefonnummern oder E-Mail Adressen bekannt geben.
  • Kein Absageschreiben versenden und den Bewerber im Ungewissen lassen.

Recruiter haben es in der Hand den Bewerbern während des Bewerbungsprozesses ein gutes Gefühl zu vermitteln, damit sie sich nicht allein gelassen fühlen. Außerdem ist Wertschätzung das Wort der Stunde. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich ein Bewerber für Ihr Unternehmen interessiert und es zu einem Teil seines Lebens machen will. Durch regelmäßige Statusupdates oder Informationen zum generellen Recruitingvorgang, kann dies vermittelt werden. Vermeiden Sie auf alle Fälle Massenmails, die den Bewerber nicht persönlich ansprechen. Bei Kandidaten kommt dadurch oft ein ungutes Gefühl auf und sie fühlen sich wie eine Nummer. Zudem sehen sie ihre Chancen, als neuer Mitarbeiter ins Unternehmen aufgenommen zu werden, schwinden. Bekommt ein Bewerber, der bereits negative Erfahrungen im Rahmen der Bewerberkommunikation mit einem Unternehmen gemacht hat ein anderes Jobangebot, wird er sich höchstwahrscheinlich für dieses entscheiden.

Erfolgsgeheimnis: Transparenz und Offenheit

Ein großes Problem bei der Bewerberkommunikation stellen auch Feiertage oder Urlaube dar. Hat sich ein Bewerber für eine freie Position in ihrem Unternehmen beworben und womöglich sogar schon das erste Gespräch mit dem verantwortlichen Recruiter hinter sich, ist es für ihn sehr nervenaufreibend wochenlang auf eine Nachricht zu warten. Am besten sollten Abwesenheiten auf beiden Seiten angesprochen werden, damit keine Missverständnisse auftreten und sich der Bewerber auf potentiell längere Wartezeiten einstellen kann. Geben Sie den Kandidaten ein konkretes Datum bekannt, bis zu dem Sie sich bei ihm melden und halten sie diese Frist ein.

Bereits kleine Änderungen in der Art und Weise, mit der mit Bewerbern kommuniziert wird, kann große Auswirkungen auf Ihr Image als Arbeitgeber haben. Heute gibt es bereits zahlreiche Programme, die Ihnen die Kommunikation mit Bewerbern erleichtert und Sie an Fristen erinnert oder personalisierbare Vorlagen für Zu- und Absagen bietet. Sprechen Sie die Jobsuchenden nicht nur richtig an, sondern sehen Sie Kommunikation als zweiseitigen nie endenden Prozess. Dieser resultiert bestenfalls in einem offenen und transparenten Dialog und ist ein effektives Mittel um die besten Mitarbeiter zu rekrutieren.

# Kommentare

    Schreiben Sie einen Kommentar

    Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte füllen Sie alle mit * markierten Felder aus.

    Auf dem neuesten Stand bleiben

    Wir informieren Sie über aktuelle Trends und Themen aus der HR-Szene.